Guten Morgen ihr Lieben,
am Donnerstag zur Dämmerstunde hat mich zum ersten Mal dieses Jahr die Amsel mit voller Kehle begrüßt. Wenn der Amselmann anfängt, nach Damen Ausschau zu halten, können wir davon ausgehen, dass der Frühling zumindest in Aussicht steht.
Die erste Salatpflanzung des Jahres hat letzte Woche stattgefunden, nächste Woche kommen Fenchel und der zweite Kopfsalat. Ihr merkt also, auch wenn der Nebel morgens hängt und der Frost am Abend an die Autoscheiben drückt: Es geht in Richtung Knospe, Licht und Apfelblüte.
Aber bloß nicht übermütig werden – die Feldsalaternte bei knackigen 1 Grad in schmieriger, kriechender Feuchte hat uns auf jeden Fall jede romantische Frühlingsanwandlung nachhaltig ausgetrieben.
Kraut-Praktikum: Ein Bericht von Lara Passend dazu sind wir auch noch mit winterlichen Tätigkeiten wie „Sauerkrauten“ beschäftigt. Dazu gibt es einen Bericht von Mitglied Lara, die sich bei uns ein „Krautpraktikum“ gewünscht hat:
„Nachdem mein erster Sauerkrautversuch zuhause im Schimmel geendet ist und das Luzernenhof-Sauerkraut so köstlich ist, habe ich angefragt, ob ich ein Sauerkraut-Praktikum machen kann – und das ging! Dafür war ein Vormittag angesetzt und so stand ich um 9 Uhr auf dem Hof.
Spitzkohl ganz von unschönen Blättern befreien, hobeln, mit Salz verkneten und schließlich stampfen – ich konnte alle Stationen durchlaufen und anschauen. Dazu habe ich viel Erfahrungswissen und Geschichten rund ums Kraut gehört und genau gesehen, worauf es ankommt. Die Stimmung war gut, viele Hände haben ineinandergegriffen und es war eine sehr befriedigende Weise, den Vormittag zu verbringen. Am Ende waren ca. 100 Kilo in zwei Töpfen mit Brettern und Steinen beschwert, um die nächsten beiden Wochen vor sich hin zu fermentieren.
Ich kann es nur empfehlen, einen Arbeitsschritt auf dem Luzernenhof kennenzulernen, Hofluft zu schnuppern und Neues zu lernen. Und ich freue mich darauf, dass ich das Sauerkraut schon kenne, wenn es in einigen Wochen im Verteiler ankommt :)“
Und wir sagen: Danke, liebe Lara, für deine Hilfe!
Neues aus dem Kuhstall: Willkommen Lotta! Aus dem Kuhstall sind auch Nachrichten zu vermelden: Nachts bin ich schon aufgewacht, weil mir der Gedanke kam, dass Lovis den Wetterwechsel der nächsten zwei Tage wahrscheinlich nutzen wird, um ihren Geburtstermin nach vorne zu verlegen.
Und tatsächlich: Morgens um 7 Uhr starrer Blick, krummer Rücken und vom unruhig hin und her Trappeln ein ganz „verklatschtes“ Bettchen. Entsprechend gerne ließ sie sich an der Wange in die Box bringen und hat dann mit erheblicher Mühe an einem außergewöhnlich großen Mädchen rumgequetscht, das zum Ende des Melkens nur Vorderhüfchen und eine stetig blauer werdende Zunge zeigte. Mit wenig Unterstützung kam das großköpfige Mädel ans Licht und hat die erste halbe Stunde in der stabilen Seitenlage verbracht, bei gleichzeitig hoch engagierter Schleck-Massage der Mama. Beide sind wohlauf – vielen Dank liebe Lovis, herzlich willkommen kleine Lotta!
Zur Verteilung nächste Woche Leutchen, es ist Spinat in der Liste. Leider ist die Schätzung der Erntemenge recht kompliziert, da die einzelnen Rosetten sehr unterschiedlich groß sind. Seht es mir also nach, wenn ich nicht aufs Kilo genau sagen kann, wie viel ich nächsten Mittwoch für euch runterschneiden kann – es gibt damit keine Garantie auf die Menge, die ihr bestellen könnt. Ich rechne mit ca. 20 Kilo.
In diesem Sinne – bis bald in diesem Theater!
Pass dich dem Schritt der Natur an. Ihr Geheimnis heißt Geduld.

