Grüße aus der Kalenderwoche 19, ihr Lieben!
Was!? Schon 19 Wochen durch das Jahr? Wann ist das passiert? Draußen tobt jedenfalls das Leben, es blüht und wächst wie verrückt. Dem einen beschert es Mäharbeiten am Wochenende (im Ernst, wieso ist Futterschneiden eigentlich immer am Wochenende?), den armen Max bringt es Triefnase und ins T-Shirt niesen.
Jetzt gerade gibt es das absolute Maximum an Arbeit, alles findet gleichzeitig statt: aussäen, Voranzucht, pflanzen, gießen, hacken, jäten, ernten. Das Beikraut wächst genauso schnell wie der Salat und auch die Schnecken wollen gerne etwas zu essen haben. Noch macht es uns großen Spaß, aber in zwei Monaten… fragt uns dann noch mal!
Die vorsommerliche „Hungerpause“ fällt milde aus
Die typische vorsommerliche Hungerpause auf dem Feld fällt dieses Jahr recht glimpflich aus – ist euch das beim Ernteanteil aufgefallen? Im Lager gibt es immer noch genug (auch wenn wir gerne zugeben, dass die Pastinake eindeutig ihre besten Tage gesehen hat). Draußen durften wir dafür schon eine unfassbare Menge Blumenkohl ernten (der war uns letztes Jahr im Winter komplett erfroren).
Auch Fenchel, Kohlrabi und Brokkoli kommen langsam in Schwung und die ersten Zucchinis haben wir ebenfalls schon geerntet. Das dauert aber noch ein wenig, bis es genug für alle gibt – diese Woche gibt es erst mal eine kleine Startportion. Im neu angelegten Dauerkulturen-Beet wächst zudem der Rhabarber prächtig. Geerntet werden kann hier aber erst nächstes Jahr. Freut euch schon mal!
Das Solawi Prinzip: Ein kleiner Theorie-Refresher
Alles neu macht der Mai und manches bleibt doch beim Alten. Deshalb kommt hier ein kleiner Luzernenhof Theorie-Refresher:
Wie ihr euch erinnern könnt, ist der Dreh- und Angelpunkt nach dem Solawi Prinzip die dauerhafte Beziehung zwischen den BewirtschafterInnen (also uns) und den Ernteteilenden (also euch). Mit allen Mitgliedern wird am Anfang des Jahres die Finanzierung für das komplette nächste Wirtschaftsjahr verabredet, und damit gehört die gesamte Ernte euch.
Wir dürfen sozusagen nicht mit Alnatura „fremdgehen“ und ihr nicht mit Edeka (oder andersrum). Deshalb ist es grundsätzlich nicht möglich, zur Hälfte des Jahres einfach auszusteigen. Ob du nämlich deinen Ernteanteil abholst oder nicht: Die Kosten sind für das ganze Jahr fest kalkuliert und laufen weiter.
Wir sind eine Gemeinschaft – auch wenn das Leben dazwischenkommt
So viel zur Theorie. Aber das Leben passiert natürlich immer und kommt einem manchmal mit Schrecklichem oder Wunderbarem in die Quere. Der schönste Vertrag und der beste Wille schützen einen nicht vor Schicksalsschlägen oder der einmaligen Gelegenheit zum Traumjob in Unterpupshausen.
Deshalb gibt es in solchen Härtefällen natürlich immer die Möglichkeit, mit dem Verein ins Gespräch zu kommen. Für alle anderen gilt: Wir bleiben uns treu! Das Budget sitzt und wir haben nur die Möglichkeit, über den Personalkostenteil fehlende Einnahmen auszugleichen. (Die Tomaten kann ich schließlich nicht wieder rausreißen, wenn du gehst – das Saatgut ist schon gekauft, auch wenn du die Tomaten dann nicht isst).
Unsere Warteliste ist leider nicht mehr bis in die Unendlichkeit lang und wir können euch nicht immer sofort ersetzen, wenn ihr aussteigt. Wir behalten diese Kulanz-Möglichkeit für gewichtige Gründe vor (Trennung, Wegzug, Arbeitslosigkeit usw.). „Meine neue Freundin macht eine Paleo-Diät und isst nur noch Säbelzahntiger“ ist kein gewichtiger Grund. 🙂
Alle anderen mit echten Fragen oder Schwierigkeiten sind herzlich eingeladen, mit dem Verein ins Gespräch zu kommen. Lösungen werden in der Regel immer gefunden: verein@luzernenhof.de
So zusammen war noch keiner, wir sind unzertrennbar!
Sonnige Grüße vom Acker,
Euer Team vom Luzernenhof
Du findest das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft genau richtig und möchtest Verantwortung übernehmen? Hier erfährst du alles über die Mitgliedschaft in unserer Gemeinschaft!

