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Muhs und News

Gärtner-Sonnenbrand, 1755 Kürbisse und der richtige Umgang mit unserem Bullen

17 Mai 25 | Hofalltag, Ernte, Gemeinschaft, Tierhaltung, Wissen

Wisst ihr eigentlich, was es mit dem sogenannten „Gärtnerarschgeweih“ auf sich hat?

Guten Morgen erst mal und herzlich willkommen zur wöchentlichen Acker-Show! An den Tattoo-Trend aus den 00er Jahren, das oft böse „Arschgeweih“ genannt wurde, könnt ihr euch ja sicher noch erinnern, gell? Mit GärtnerInnen-Arschgeweih bezeichnet man den verbrannten Streifen Haut, der zwischen Hose und Hemd bloßliegt, wenn man auf dem Acker den Hintern in die Luft streckt, um am Boden zu jäten. Es ist sozusagen das landwirtschaftliche Pendant zum Maurer-Dekolleté.

Diese Woche hatten wir alle die Gelegenheit, uns ein solches Branding zu verschaffen – beim Jäten auf dem Zwiebelacker. Die Hölle! Hauptsächlich Disteln (das absolut unfreundlichste Kraut zum Jäten) und kilometerlange Beete… ächz! Besonders unsere tapferen Waldorf-PraktikantInnen haben gelitten. Vermutlich streben sie jetzt alle einen klimatisierten Bürojob an (obwohl sie wirklich sehr tapfer und fleißig waren).

1755 Kürbisse für euren Ernteanteil

Ansonsten haben wir die 1.755 Kürbispflanzen, die wir vor zwei Wochen vorgezogen haben, ins Freiland ausgepflanzt. Jaaa, so viel – und alles für unsere Gemeinschaft! Diesen Herbst könnt ihr euch auf eine leckere neue Sorte in eurem Ernteanteil freuen, und keine Angst: Spaghettikürbis ist auch wieder dabei.

Johannes ist nach wie vor am Heu machen: mähen, zetten, schwaden, pressen, Ballen zusammenführen. Und zwar tatsächlich von morgens hell bis abends dunkel. Heute Morgen bringt er zudem die Rinder auf die Belchenweide, das ist die Sommeralpe für unser Jungvieh. Wer dort oben spazieren geht, wird unsere Tiere sehen (die schönsten sind natürlich unsere).

Solawi Tierhaltung: Unser Bulle Melchior und wichtige Stall-Regeln

Neuerdings haben wir in unserer Herde den Bullen Melchior mitlaufen. Er ist zugekauft und darf deshalb alle Damen decken. Ansonsten ist es wegen Inzuchtgefahr nicht möglich, einen eigenen Bullen in der Herde mitlaufen zu lassen – sie lassen sich einfach nicht zu Safer Sex überreden.

Melchior ist allen, die regelmäßig zum Hof kommen, schon bekannt. Seit Oktober war er im Stall dabei, allerdings in der Bullenbucht und nicht drüben bei den Ladys. Er lässt sich gerne zwischen den Hörnern kratzen und ist freundlich und entspannt. Mit einem anderen Gemüt hätten wir ihn auch niemals in die Herde gelassen. Trotzdem ist es grundsätzlich immer gefährlich, einen Bullen im offenen Kontakt zu haben. Das erfordert viel Umsicht und Vorsicht von unserer Seite.

By the way: Sicheres Bullenhandling beginnt mit der Kälbersozialisierung! Deshalb hier noch mal für alle ein wichtiger Hinweis für den Hofbesuch:

  • Bullenkälber bei uns im Stall bitte niemals an der Stirn streicheln! Das motiviert zum „Kopfeln“ (Gegendrücken als spielerischer Konkurrenzkampf).
  • Keine Drück- und Schiebespiele machen! Was mit dem Kalb noch lustig ist, ist mit dem ausgewachsenen Bullen später tödlich.
  • Richtig streicheln: Am besten unten am Hals kraulen, damit sie den Kopf heben (ein gestreckter Hals und ein hoher Kopf sind eine unterordnende Freundschaftsgeste in der Kuhsprache). Auch oben zwischen den Hörnern kratzen ist eine absolute Super-Genuss-Stelle für die Tiere.

Eure Fragen an die Hofgemeinschaft

Letzte Woche bin ich auf der Lob- und Kritik-Seite gefragt worden, warum bei den Frühlingszwiebeln keine Zwiebeln mehr unten dran sind. Huch? Erntefehler? Die Auflösung: Die Frühlingszwiebeln waren im Übrigen Schnittzwiebeln! Ich hoffe, sie haben euch trotzdem geschmeckt. 🙂

Ich finde es super, wenn ihr einfach Fragen stellt! Es gibt in der Landwirtschaft so viele Dinge, die nicht selbsterklärend sind. Also eine große Ermutigung an alle, die Fragen haben – gerne auch Kinderfragen. Mir ist keine Frage zu blöd. Es interessiert uns brennend, was euch beschäftigt, denn genau dafür sind wir als Solawi ja da.

Sonnige Grüße vom Acker,
Euer Team vom Luzernenhof

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