Guten Morgen meine lieben Luzis,
der Dauerfrost hat uns diese Woche nur ein kleines Erntefenster gelassen. Ganze drei Stunden war es frostfrei (bzw. so lange über null, dass der Lauch und Rosenkohl auch innen aufgetaut waren). Mit Ach und Krach haben wir also ernten können, bloß für den Wirsing hat es nicht gereicht. Da haben einige leider keinen bekommen.
Trauerpost zum Rosenkohl Dann gibt es Trauerpost über den Rosenkohl: Der Gute leidet an „Brauner Welke“. Das ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein relativer Calciummangel während der Wachstumsphase, wahrscheinlich aufgrund der Regenperiode im Juli. Das Blättchen, das in dieser Zeit angelegt wurde, ist gilb und welk. Dadurch, dass sich dieses Blättchen in der Mitte der Rose befindet, ist es von außen oft nicht zu erkennen. Draufgekommen sind wir auch nur durch eure Rückmeldung. An sich ist es nicht giftig oder geschmacksverändernd, aber natürlich mega aufwendig bei der Zubereitung und unmöglich bei der Ernte zu kontrollieren. Rosenkohl ist damit leider raus.
Letzte Woche habe ich zudem einen 1a aussehenden Sweet Dumpling aufgeschnitten und ein wenig ansprechendes Innenleben vorgefunden – zur Sicherheit wird da ab jetzt die doppelte Menge gepackt.
Eine Bitte an die HofabholerInnen Dann möchte ich die HofabholerInnen freundlich daran erinnern, dass bitte nur die bestellte Menge abgeholt wird (außer die Sachen sind ausdrücklich anders ausgezeichnet). Der Schnittsalat sah diese Woche wohl besonders ansprechend aus: Obwohl 1,5 Kilo mehr geerntet für euch bereitlagen, war am Donnerstagabend schon alles weg! Das ist in mehrfacher Hinsicht ungünstig: zusätzliche Personalkosten, weil nochmal geerntet werden muss, mehr Schnittsalat verbraucht als geplant/bestellt, unzufriedene Mitglieder und ein unerhört hoher Stresspegel bei der Gärtnerin. Danke für euer Verständnis!
Ausblick: Es wächst! Keine Angst, es gibt auch Schönes zu berichten: Der Chicorée ist eingeschlagen und wächst fröhlich seiner Ernte entgegen, Sauerkraut wird nächste Woche nochmal gemacht, die erste Salatpflanzung steht nächste Woche an (kaum zu glauben) und der Spinat und Feldsalat werden auch bald erntereif sein.
Apropos Spinat: Über die Lob- und Kritikseite habt ihr ein paar Gemüsewünsche aufgegeben. Spinat und Schalotten gibt es natürlich wie jedes Jahr. Spinat wächst im Kalthaus und im Freiland selbstverständlich nicht so schnell wie im beheizten Haus (deutscher Spinat, den es aktuell zu kaufen gibt, kommt ziemlich sicher aus dem beheizten Haus). Und Schalotten: Wir haben die Sorte „Cuisse de Poulet“, die sind ab jetzt in der Bestellliste aufgrund ihrer vorzüglichen Lagerfähigkeit.
Dann habe ich mich sehr über den Wunsch nach Butterrübchen gefreut, das haben wir jetzt im vierten Anbaujahr. Dieses Jahr tatsächlich ein Flop im Anbau – der ungünstig nasse und kühle Spätsommer hat die Ausreife mehr oder weniger unmöglich gemacht. Tatsächlich wurden Butterrübchen von euch in den letzten Jahren auch gar nicht gern bestellt – vielleicht weil wir sie unter ihrem bürgerlichen Namen „Steckrübe“ in der Liste stehen haben? Da hat Butterrübchen schon mehr Sexappeal! Also ich verspreche, es wird sie wieder geben.
Kulinarische Entdeckungsreise An dieser Stelle, auch aufgrund der jahreszeitlich schmelzenden Auswahl an knackigem Frischgemüse, möchte ich euch ermutigen, in unbekannte Gemüsegefilde vorzudringen. Kann Schwarzwurzel lecker sein? Oh ja – bloß nicht an die milchigen Matschstängel in weißlicher Pampe denken, die man als Kind vielleicht essen musste!
- Schwarzwurzel-Tagliatelle: Probier mal in Butter geröstete Schwarzwurzel. Die Wurzel (mit Handschuhen!) schälen und dann mit dem Sparschäler einfach die ganze Wurzel in Tagliatellestreifen schneiden. In heißer Butter braten, Salz, Pfeffer – superköstlich!
- Spaghettikürbis: Traut euch! Ganzen Kürbis im Ofen weich backen, aufschneiden, das Innere auskratzen, würzen. Mit Fleisch, Nüssen, Hirtenkäse, Curry – was dir so einfällt – zurück in die Kürbishälfte, nochmal kurz überbacken und tadaaa. Sehr fein.
Mein aktueller Favorit: Das Blechgemüse Mein absoluter Lieblingshit ist allerdings gerade Blechgemüse. Da kann alles drauf: Kürbis, Petersilienwurzel, Pastinake, Zwiebel, Rote Bete, Lauchstreifen – die werden richtig knusprig blättrig. Hammer!
- Für Gäste: Speckdatteln mit aufs Blech streuen und Kräuterpolenta dazu reichen.
- Für Kinder: Geröstetes Knoblauchbrot dazu.
- Vegetarisch: Hirtenkäse drüber würfeln.
- Reste-Fest: Der Mitbewohner kann seine Foodsharing-Paprika dazu schnippeln – ich liebe es!
Profi-Tipp: Rote Bete lässt sich am besten in feine Streifen schneiden und mit Olivenöl, Pesto Rosso, Salz und Pfeffer marinieren und auf einem separaten Blech backen. Sie schmeckt zwar köstlich, aber „fingert“ alles andere Gemüse mit ihrem roten Saft unschön an – Pastinaken im Rosa-Batik-Look sind nicht für jeden was.
Pastinake und Petersilienwurzel lieben eine Kräuter-Sesamkruste, Kürbis und Knoblauch sind verliebt in ein bisschen Tahin dazu, Lauch mag Öl und Salz, die Kartoffel freut sich über einen Quark-Dip und ich über ein flottes Mittagessen mit wenig „Abspülaufwand“.
Frohes Schlemmen ihr Lieben! Eure Magdalena

